Andalusien

Andalusien zur Jahreswende – Warme Tage, Kühle nächte, Schnee im Gebirge, reife Orangen, Mandarinen, Zitronen und Granatäpfel in Hülle und Fülle auf Meeresniveau.

andalusien_hoehenprofil

tage 20Tage distanz 724KM hoehe 18969HM schoenheit 5/5

Wir fliegen vollgepackt mit 80 kg im Gepäck Malaga an. Die Winter- und auch die Sommerausrüstung muss zu dieser Jahreszeit eingepackt werden. Auf Meeresniveau hat es zur Zeit um die 20 Grad und vor Weihnachten ist hier gerade Orangen- und Mandarinen Hochsaison! Alle Orangenbäume neben den Straßen tragen massenhaft Früchte. Jede Gasse ist feierlich beleuchtet, mit Plastik Christbäumen geschmückt und Socken von Santa Claus hängen wie Girlanden über den Straßen. Festlich gekleidete Weihnachtschöre marschieren durch die Stadt. Von Málaga aus fahren wir nach Norden Richtung Granada. Während des Aufstiegs entstehen immer wieder Ausblicke auf die Stadt Málaga und aufs Meer. Die Natur wird rauer und das Wetter kälter. Wir erblicken die ersten weißen Dörfer, die sehr natürlich in der Landschaft liegen. Den marokkanischen Einfluss merkt man sofort. Er macht sich in der Architektur bemerkbar. Das hübsche Dorf Comares hat uns auf dem Weg nach Granada am meisten beeindruckt. Wir finden immer wieder geeignete Plätze zum Wildcampen. Eine Nacht verbringen wir in Alhama de Granada bei den warmen Quellen.

TIPP: die Muskeln entspannen in den ca. 38°C heißen Quellen bei Alhama de Granada.

Über eine unbefestigte Strecke erreichen wir die historische Stadt Granada. Während des Sonnenuntergangs beobachten wir die Lichtspiele an der Burg Alhambra, eines der schönsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst, die monumental vor den über 3400 m hohen schneebedeckten Berggipfel der Sierra Nevada liegt. Man merkt, dass in dieser Stadt viele verschiedene Kulturen gelebt haben. Überall trifft man auf arabische Architektur, die späteren christlichen Einflüsse und marokkanische Restaurants. Unzählige kleine Gässchen schlängeln sich empor. Morgens und abends isst und trinkt man hier in jedem Lokal heiße Schokolade mit Churros ein frittiertes längliches Gebäck. Wir lassen uns ebenfalls mitreißen – es ist einfach lecker!

Direkt nach der Stadt Granada treten wir den Trans Nevada Bike Trail an. Steil geht es bergauf und bergab im Sierra Nevada Nationalpark. Wir finden ein magisches Plätzchen um zu Campieren. Es ist Heilig Abend! Vor unserem Zelt kochen wir mit unserem Benzinkocher eine echte spanische Paella :) und zünden unser „Christbäumchen“ an. In der Nacht sinkt die Temperatur tief unter Null. Wir schätzen unsere neuen Carinthia Schlafsäcke sehr. Dank ihnen verbringen wir angenehme warme Nächte im kalten Gebirge! Während des Tages sind die Temperaturen jedoch sehr angenehm. Wir haben Glück und erwischen eine himmelblaue Wetterperiode. Trockene Gräser in verschiedensten Grün- und Gelbtönen färben die Landschaft. Die Schneegrenze liegt auf 2000m. Oft müssen wir unsere Räder durch Schneeverwehungen schieben. Zur Belohnung gibt’s traumhafte Aussichten.

Wir erreichen das zweithöchst gelegene Städtchen Spaniens, Trevélez, das unter dem höchsten Berg dem Mulhacén auf einer Höhe von 1500 m liegt. Von dort aus kann man den Gipfel mit einer Höhe von 3482 m besteigen, viele andere Wanderungen antreten und dazu einen der besten luftgetrockneten Schinken Spaniens essen. Wir lassen uns verführen und treten die Besteigung des Mulhacéns an. Über den Schnee empor, doch die Spuren, denen wir folgen verschwinden. Es wird uns zu gefährlich, da die Schneeflächen sich gegen Nachmittag wenn die Temperaturen sinken und die Sonne verschwindet sich zu Eisflächen verwandeln. Doch die Ausblicke auf fast 3000m sind toll! Von Trevelez aus fahren wir entlang des Nationalparks an einer malerischen verkehrslosen Straße weiter nach Osten.

Wir entscheiden uns Richtung Almeria zu fahren, wo sich die Landschaft zu einer Wüstenlandschaft verwandelt. Mitten in der Wüste schlagen wir unser Zelt auf und bewundern den Sternenhimmel. Silvester feiern wir ganz traditionell mit einer lieben spanischen Familie in der Stadt. Wir sind eingeladen und werden verwöhnt mit spanischen Spezialitäten!  12 Sekunden vor Mitternacht stecken wir zu jeder Sekunde eine Weintraube bis er um Punkt 24:00 Uhr ganz voller Weintrauben ist. Eine spanische Tradition, die für das nächste Jahr Glück bringen soll. :) An der kargen Küste, wo sich die einzige Wüste Europas befindet bewundern wir die Sandstrände und das tiefblaue Meer. Zum Baden ist’s leider zu kalt, aber zum Radeln optimal. Der Naturstrand Playa de Mónsul in Cabo de Gata liegt kurz vor San Jose und ist wunderschön.

Von San Jose fahren wir mit dem Bus zurück über Almeria durch eine Region an der Küste in der sich tausende Gewächshäuser für Früchte und Gemüse befinden, zurück nach Malaga und dann weiter bis nach Ronda, das mitten in einem Naturpark liegt. Die maurisch geprägte Altstadt liegt auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau. Drei monumentale Brücken verbinden die Plateaus miteinander. Ronda ist ein idealer Ausgangspunkt um die umliegenden weißen Dörfchen zu besichtigen. Besonders spektakulär ist das Dörfchen Setenil de las Bodegas. Es liegt nicht wie die anderen weißen Dörfer auf einer Anhöhe, sondern eingebettet in einem Graben. Nur die Kirche ragt am höchsten Punkt hervor. Interessant sind auch die in Fels gehauenen Häuser, die sich um das ganze Dorf  reihen. Die überhängenden Felsen dienen als Hausdächer und ragen manchmal über die Häuser hinaus, fast bis zur anderen Seite der Straße. Weiter gehts über Olvera, Algodonales, Zahara de la Sierra nach Grazalema. Ein weißes Dorf schöner als das andere. Nun freuen wir uns auf die Abfahrt zurück nach Malaga, am Parque Nacional Sierra de las Nieves vorbei, fast nur noch bergab, wir müssen kaum treten und fahren durch Orangenplantagen bis zum Ende unserer Reise – nach Malaga, wo wir die letzten Stunden unseres Abenteuers am Strand relaxen.

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