Balkan

Merzedes, orientalisches Flair verbunden mit alten Traditionen, massiven Berg und Küstenlandschaften, Hitze im Hochsommer und stark geprägte Menschen begegnen uns auf der Reise durch Mazedonien, Albanien, Montenegro und Kroatien.

balkan_hoehenprofil

tage 20TAGE distanz 1211KM hoehe 16811HM schoenheit 5/5

 

Skopje ist eine interessante kleine Stadt. Sie hat ein altes osmanisches Zentrum, viele brutale sozialistische Bauten der 70ger Jahren und ein paar nicht weniger brutale neoklassizistische Neubauten. Der Besuch der Stadt ist aber jedenfalls zu empfehlen.
Gleich hinter der Stadtgrenze liegt der See Matka, das Wochenendziel vieler Stadtbewohner. Es handelt sich eigentlich um einen tiefen Stausee der mit hohen massiven Felsen umgeben ist.

Orientalisches Autistisches Flair

Als nächstes erwartet uns Tetovo, die inoffizielle Hauptstadt der in Mazedonien lebenden Albaner. Sie liegt ca. 80km westlich von Skopje. Wir fahren durch die quirligen Straßen, durch den großen orientalischen Markt und fühlen die einzigartige Atmosphäre. Schon unweit von Tetovo finden wir eine alte kleine unbefestigte Straße, sie gehört zu den Highlights unserer Reise. Steil bergauf gelangen wir zum See Mavrovo, der im Herzen des gleich genannten Nationalparks liegt. Wir finden am Ufer inoffizielle Campingplätze und schlagen dort unser Zelt auf, plaudern mit den anderen einheimischen Urlaubern und springen auch schon in den badewannenwarmen Stausee. Früh am Morgen starten wir in Richtung des uralten und weltberühmten Lake Ohrid. Er ist einer der ältesten Seen Europas. Wegen seinem klaren Wasser dient er auch als Erholungsort. Am Ufer entlang und hinein in die quirlige, gepflegte historische Stadt Ohrid, die auf jeden Fall ein Besuch wert ist. Bei Sonnenuntergang wandern wir auf die mittelalterliche Festung, die direkt in der Stadtmitte an ihrer höchsten Erhebung massiv und beschützerisch die Stellung einnimmt.

Gebackener Schafskopf die lokale Spezialität

Um den See führt eine malerische Straße bis zur Albanischen Grenze. Auch schon erblicken wir den Ersten Bunker. Er steht massiv neben der Straße und erinnert an die politische Geschichte Albaniens. Nach der Grenzstadt wirken die Sträßchen und Örtchen schon etwas ärmer. Entfernt sehen wir das Gebirge das Albanien von Griechenland trennt. Entlang der Albanisch/Griechischen Grenze fahren wir stetig bergauf, an einer wunderschönen schmalen, kurvigen und hügeligne Straße, an der wir nur sehr wenige Ortschaften antreffen. Während der Fahrt öffnen sich beeindruckende Ausblicke auf das Grenzgebirge. Kurz vor Leskovik wird die Landschaft breiter. Schafsherden mit ihren Hirten und Hirtenhunden überqueren die Straßen. Wir essen gebackenen Schafskopf, er ist die lokale Spezialität. Von Leskovik geht es nun entspannt bergab und weiter entlang des Flusses nach Permët. Die kleine Stadt  liegt unweit der Straße und verdient sich einen kurzen Aufenthalt.Im Tal entwickelt sich eine unangenehme Hitze. Zur Mittagszeit ist es auch im Schatten so heiß, dass wir nur im Gras liegen können und abwarten bis die Temperaturen sinken. Kurz vor dem Sonnenuntergang finden wir einen Zeltplatz direkt an einem Fluss neben einem Fischrestaurant. Wir fragen den Besitzer und dürfen dort ohne Probleme unser Zelt aufstellen. Zum Abendessen gibt es dann einen leckeren Fisch.

Wildcamping an Wieden und Bächen

An der Straße nach  Gjirokastra bewundern wir allerlei Honigprodukte und Forellenbecken an den Straßenseiten, die von den lokalen Einwohnern verkauft werden. Gjirokastra besitzt eine schöne historische Altstadt, die sich ihre Stelle auf der UNESCO Liste verdient hat. Auf dem Hügel neben der Stadt liegt eine alte Festung, die gewisse Zeit auch als Gefängnis gedient hat. Die gesamte Stadt ist aus ein und demselben Steinen gemauert „Granit“.  Wir bummeln durch die Straßen, begegnen den Einheimischen und trinken Kaffee im Schatten. Über das Gebirge Mali i Gjere besuchen wir noch die Quelle „Blue Eye“. Aus unbekannter Tiefe strömt eine Menge glasklares türkisblaues Wasser in einen danebenliegenden See.

Honigmelonen und Meerblick

Die malerische Küstenstraße empfängt uns mit einem eindrucksvollen Fernblick. Neben saftig grünen Gräsern und Büschen am Saßenrand erbilcken wir weit entfernte Inseln und Buchten. Aufgrund der ständigen Auf- und Abfahrt ist diese Strecke besonders anstrengend. Wir rollen an kleinen Dörfchen vorbei, ab und zu führen kleinere Wege hinab Richtung Meer. Einen ruhigen und natürlichschönen Strand entdecken wir nähe Himarë, mit Bar, Restaurant und einem Campingplatz. Wer am Strand Campen möchte ist hier an der richtigen Stelle, es ist kostenlos und erlaubt. Wer weiß wie lange noch, bis Touristenhochburgen die unentdeckten Buchten erobern. Die Atmosphäre hier ist richtig freundlich und sehr natürlich.

Serpentinen mit weitem Fernblick

Sehr früh starten wir den Tag damit wir vor der großen Mittagshitze den 1000m hohen Pass überqueren können. Nach jeder Kurve erblicken wir das Meer mit der angrenzenden Hügellandschaft und genießen den weiten Ausblick. An der anderen Seite des Passes ändert sich das Landschaftsbild. Die Bäume werden größer und dichter, die Landschaft noch grüner, bis wir ein paar Kilometer vor Vlorë das Meer erblicken.
Nördlich von Vlorë beginnt eine der wenigen albanischen Autobahnen, darum ist die alte Straße daneben ideal zum Radfahren. Wir fahren in aller Ruhe ohne Verkehr durch Olivenheine, an Feldern entlang und steuern Fier und Berat an. Ganz spontan bekommen wir einen Zeltplatz direkt im Gastgarten eines Restaurants. Berat, eine weitere UNESCO Stadt ist auf einem Hügel erbaut. Ähnlich wie Gjirokastra besteht der Stadtkern aus Granit. Wir wandern durch die wirklich kleinen Gässchen und spüren die vertraute schöne Stimmung. An der Festung, ergeben sich schöne Ausblicke auf die darunterliegende Stadt.

Das Land voller Mercedes

Aus Angst vor zu starkem Verkehr nähe Tirana fahren wir bis in die Hauptstadt mit dem Bus. Tirana ist eine sehr interessante Stadt. Wir rollen an vielen Baustellen und Märkten vorbei und spüren wie sich das alte Stadtbild verändert. Viele Gebäude und Hochhäuser werden neu erbaut und warten auf ihre Fertigstellung. Mercedes rasen an uns vorbei, davon haben die meisten jedoch ein deutsches Nummernschild :) Nicht selten erblicken wir Porche, Lamborghini oder Ferrari. Über den Straßen formen Elektroleitungen riesige Knoten. Trotz allem verdient sich Tirana einen längeren aufenthalt.Richtung Norden fahren wir auf einer staubigen Nebenstraße, die nach ca. 100 km in Shkodra endet. Von hier ist es nur noch wenige Kilometer zur Grenze Montenegros. Wir entscheiden uns Richtung Ulcinj und weiter entlang des Meeres zur Boka Kotorska zu fahren. Diese Straße gehört aber leider zu einer der meist befahrensten Straßen, an der wir je gefahren sind. Auf dem Weg besuchen wir Stari Bar. Es ist eigentlich nur eine Ruine, liegt aber wunderschön zwischen Olivenheinen im umliegenden Bergmassiv.

Glitzernde Buchten und Küstenstreifen mit UNESCO Städten

Die Boka Kotorska und dessen Umrundung zählt zu den Highlights unserer Reise. Wir durchqueren die am Ufer gelegenen kleinen Dörfchen, sie haben eine unglaubliche Anziehungskraft. Viele Touristen tummeln sich in der Stadt Kotor, das berechtigt auf der UNESCO Liste steht. Eine besondere Seenswürdigkeit, neben der bildschönen Altstadt, ist die über 4km lange Stadtmauer, die die alte Stadtmitte umfasst. Wir bewundern den historischen Stadtkern deren Gebäude wieder aus ein und demselben Material besteht. Neben der Küste entlang rollen wir in die alte Stadt Dubrovnik, sie befindet sich unweit von Kotor und ist ebenfalls eine wunderschöne UNESCO Stadt. Tausende Touristen tümmeln sich im Inneren der von einer massiven, gewaltigen Burgmauer geschützten Altstadt. Die Preise schießen in die Höhe, der Luxus wird gelebt. Nicht umsonst ist diese Altstadt ein beliebtes Ausflugsziel. Perfekt, Makellos strahlt sie uns entgegen.
Aus Dubrovnik fahren wir mit einem Bus Richtung Graz. Der größte Vorteil an dem Busreisen ist, dass man die Rückreise vorher nicht planen muss, man kann sich dafür auch im letzten Moment entscheiden. Das Einzige was man berücksichtigen muss ist, sein Rad in einer Kartonschachtel oder einer anderen Radverpackung zB. aus Stoff zu verpacken, sonst wird man ungerne mitgenommen.

 

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